Chronik

 

Ein Jahr nach dem Abitur 1995 am Droste-Hüshoff-Gymnasium in Berlin-Zehlendorf ergriff Lena Schoenfelder die Initiative, einen Chor zu gründen. Viele Jahre im Schulchor der Droste, unter der einzigartigen Leitung von Frau Kobin, hatten die Freude am Singen und die unverwechselbare Geselligkeit eines Chores so wichtig werden lassen, dass nun nach der Schulzeit ein Ersatz geschaffen werden musste.

 

Durch ein vorbereitendes Praktikum für ein Sozialpädagogikstudium, das Lena im Haus der Jugend Zehlendorf absolvierte, entstand die Möglichkeit einer wöchentlich nutzbaren Probenlokalität. Eine ganze Schar abenteuerlustiger Sänger stand bald parat, litten doch viele "Ehemalige" bereits unter dem schleichenden Verfall ihrer Stimmbänder. Nun musste nur noch ein passender Leiter gefunden werden und über diese Hürde half, wie sollte es anders sein, Kobinchen, indem sie den Kontakt zu dem damals 24-jährigen Musikstudenten Ralf Sochaczewsky herstellte. Wie in dem Eingangsbrief angekündigt fand ein erstes Treffen statt, bei dem, auch ohne musikalische Leitung, bereits glockenklar der Kanon Abendstille überall erklang; damit war der Donnerstag als "Chortag" im Haus der Jugend manifestiert. Der Name Cantus Domus als freie Übersetzung von "Haus Chor" lag nahe.

 

Die Probe konnte beginnen! Und das tat sie auch, zum erstenmal am 14. November 1996 um 19 Uhr. In Anbetracht der Jahreszeit und der völligen Unkenntnis der musikalischen Fähigkeiten auf beiden Seiten bot sich ein leichtes Programm aus Weihnachtsliedern an, das gleich am 19. Dezember das traditionelle Weihnachtsessen im Haus bereichern sollte. Mehr schlecht als recht, der erste Auftritt. Doch warum sich mit kleinen Kartoffeln abgeben, wenn doch als offizielles Debüt bereits die Johannes-Passion von Heinrich Schütz winkt. Die erste Probenfahrt nach Köthen im Spreewald wurde geplant und es konnte nun richtig losgehen.

 

In der Nacht vom 10. zum 11. Januar 1997 ereignete sich ein tragisches Unglück: Lena verunglückte durch das Verschulden eines betrunkenen Autofahrers tödlich. Dieser Verlust stellte den Chor auf eine harte Probe, doch war allen bald bewusst, daß gerade nach diesem schrecklichen Ereignis Lenas Werk fortbestehen muss. Am 12. März 1997 wurde als erstes eigenständiges Konzert in der Kirche zur Heimat die Johannes-Passion aufgeführt.

 

In den vergangenen Jahren hat der Cantus Domus zahlreiche Konzertprogramme einstudiert und zur Aufführung gebracht. Die Zahl der Sänger ist inzwischen auf über 100 angewachsen und neben der musikalischen Weiterentwicklung sind aus der wohl gepflegten Geselligkeit vor allem viele sehr gute Freundschaften entstanden. Durch diese einzigartige Atmosphäre wird der Chor noch mindestens 100 Jahre alt, denn: Singen, singen tut man viel zu wenig, singen, singen kann man nie genug...

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